Demonstration gegen Ausbau der Bahn zwischen Frank

Demonstration gegen Ausbau der Bahn zwischen Frankfurt und Friedberg
„Stuttgart 21 macht Schule“

s.a. Stuttgart21 als Vorbild, FR vom 12.10.2010


FRANKFURT
– Die Demonstrationen gegen Stuttgart 21 mit Tausenden von Menschen zeigen es
deutlich: Die Bürger wehren sich gegen Bahn-Projekte, die konzeptionell und finanziell schlecht
geplant sind. Auch in Frankfurt werden sich am 2. November Bürger vor dem Rathaus versammeln,
um gegen den Bahn-Ausbau zwischen Frankfurt (West) und Friedberg in seiner jetzigen Form zu
protestieren. Mehrere hundert Teilnehmer werden erwartet.
Der Grund für den Protest: Beim geplanten Ausbau der Bahn zwischen Frankfurt (West) und
Friedberg werden die Interessen der 50.000 betroffenen Anwohner entlang der Strecke nicht
hinreichend berücksichtigt. Derweil ist die Deutsche Bahn AG (DB AG) Nutznießer. Denn beim
Ausbau sollen zwei neue S-Bahn-Gleise verlegt werden, damit auf den alten Gleisen Güterzüge
ungehindert in beiden Richtungen fahren können. Offizieller Grund des Ausbaus ist jedoch, die S6 soll
eigene Gleise erhalten, um etwas pünktlicher zu fahren. Dass der Güterzugverkehr in erster Linie von
dem Projekt profitiert, wird verschwiegen. Nachvollziehbar ist dies nicht, da das insgesamt auf zirka
400 Millionen Euro geschätzte Projekt ausschließlich aus Steuergeldern finanziert wird.
Klaus Funk, Sprecher der Bürgerinitiative „Zwei Statt Vier“ fasste die Argumente gegen den Ausbau
so zusammen: „Es handelt sich um den Schutz der Bürger vor weiteren Lärmbelastungen, die trotz
vorgesehener Lärmschutzwände durch noch mehr Güterzüge auftreten würden und damit die
Gesundheit der Bürger bedroht. Wir wollen auch die Erhaltung des Niddatals in seiner ursprünglichen
Schönheit sowie keine Verschlechterung der Lebensqualität und erhebliche Wertverluste bei
Immobilien.“
Laut Plänen der DB AG sollen die Güterzüge nachts alle 10 Minuten fahren, und dies mit einer
Lautstärke von bis zu 100 Dezibel. Zum Vergleich: 80 Dezibel entsprechen etwa der Höchstlautstärke
eines Walkmans oder eines alten Apple I-Pods. Kein Mensch hält auf Dauer diese Lautstärke aus,
ohne seinem Hörvermögen und seiner Gesundheit enormen Schaden zuzufügen. Wissenschaftliche
Studien belegen, dass Menschen, die nachts durch Verkehrslärm geweckt werden, erhebliche
Gesundheitsprobleme bekommen.
Wie dürftig der Lärmschutz ausgelegt ist, lassen die derzeitigen Pläne erkennen.. Während in Bezirken
wie Eschersheim teilweise eine Lärmschutzwand in Höhe von sechs Metern geplant ist, will die DB
AG am Frankfurter Berg eine Wand mit der völlig unzureichenden Höhe von 2,5 Metern errichten. Ein
Appell an die Stadt Frankfurt, wenigstens für einen einheitlichen Standard zwischen Frankfurt West
und Bad Vilbel zu sorgen, wurde ignoriert. Dass der Ausbau auch die Enteignung von Häusern und die
Zerstörung der Natur im Niddatal und im Frankfurter Grüngürtel mit sich bringt, sind zwei weitere
gravierende Probleme, wofür die Politik bisher kein Ohr hat. Auch deshalb haben Betroffene gegen
das Projekt geklagt.
Nun planen die Bürgerinitiativen "Zwei Statt Vier" und "Taunusside" zusammen mit dem "Verein zum
Schutz des Niddatals und seiner Bürger" eine Reihe von Demonstrationen, um den Druck auf die
Politik zu erhöhen. Die erste Demonstration am Römer ist für den 2. November um 17 Uhr
angesetzt.
Wir werden nicht aufgeben, bis entweder das Projekt in seiner jetzigen Form gestoppt wird
oder wenigstens unsere Mitbürger und das Niddatal ausreichend geschützt werden.

Pressekontakte:
Klaus Funk, Sprecher BI "2 statt 4"
Tel. 069/52 63 67
E-Mail: klaus.j.funk@googlemail.com
Jan F. Wagner, Leiter BI "Taunusside"
Tel. 0172 389 8009
E-Mail: janfwagner@gmx.net