Frankfurter Neue Presse
FNP vom 14.11.2006
Ortsbeirat lehnt Gleisausbau ab
Von Kathrin Jansen
Eschersheim. Die Mehrheit im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) hat sich gegen die Gleiserweiterung der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt West und Bad Vilbel ausgesprochen. Ein gemeinsamer Antrag von FDP und BFF, in dem der Magistrat aufgefordert wird, sich gegen den Ausbau auszusprechen, wurde gegen die Stimmen der Grünen auf den Weg gebracht. Die Linke/WASG enthielt sich.
In dem Papier wird die Stadtverordnetenversammlung außerdem angehalten, alle Möglichkeiten zu nutzen, um den Ausbau zu verhindern. Auf Antrag der Grünen-Fraktion will der Ortsbeirat zudem die Stellungnahme der Stadt zum Planfeststellungsverfahren sowie die Aussage zum Planänderungsverfahren des Gleisausbaus zur Verfügung gestellt bekommen. Von der DB Netz AG verlangt das Gremium außerdem die aktualisierten Lagepläne zum Ausbau. „2001 haben sie uns die Pläne auch zur Verfügung gestellt. Dann sollten sie dies auch diesmal tun“, betonte der Fraktionschef der antragstellenden CDU, Nils Kößler.
In Sachen Gleiserweiterung verlangt der Ortsbeirat zudem Klarheit in zwei Fragen. Zum einen möchte das Gremium wissen, ob es zutrifft, dass die DB der Europäischen Zentralbank zugesichert hat, nach Bezug des Neubaus an der ehemaligen Großmarkthalle keine Güterzüge mehr über die angrenzende Deutschherrenbrücke zu schicken und ob das gleichzeitig bedeute, dass diese Züge dann über die Main-Weser-Strecke ausweichen müssten. Zum anderen fordert das Stadtteilparlament Klarheit über die Qualität des Trinkwassers nach dem Ausbau.
Denn um die Gleise vor Überwucherung zu schützen, behandle die Bahn ihre Gleiskörper mit Herbiziden, heißt es in einem Antrag der FDP. Ein Gespräch mit einem Mitarbeiter der Hessen-Wasser GmbH habe ergeben, dass für dieses vergiftete Wasser zwar ein Sammelbecken geschaffen werde. Dieses sei aber nach unten nicht vollständig abgedichtet. Darüber hinaus verdunste das kontaminierte Wasser nicht restlos. Vergiftetes Wasser werde so in tiefere Erdschichten und in die Grundwasserströme geschwemmt und müsse anschließend mit Aktivkohle aufbereitet werden, schreiben FDP-Fraktionsvorsitzende Anette Ludwig und Klaus Funke. In Anbetracht dieser Informationen wollen die FDP-Politiker nun vom Magistrat wissen, mit welchen Maßnahmen dieser die Giftfreiheit des Trinkwassers in Zukunft gewährleisten will. Außerdem verlangen sie Auskunft darüber, wie hoch der Wirkungsgrad der Aktivkohle ist und welche Schadstoffe gegebenenfalls im Trinkwasser verbleiben. „Es bleibt festzuhalten, dass Wasser zunächst nicht wissentlich verunreinigt wird, um dann wieder aufbereitet zu werden.“
Da die Stadt wegen des beabsichtigten Ausbaus ohnehin mit der DB im Gespräch stehe, könne sie diese Fragen auch nach Ablauf der Einwendungsfrist noch einbringen.
