Frankfurter Neue Presse

FNP vom 18.05.2004


Die neuen Gleise können kommen

Frankfurt. Dem umstrittenen viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen dem Frankfurter Westbahnhof und Bad Vilbel steht nichts mehr im Weg. Das Planfeststellungsverfahren für das 178 Millionen Euro teure Projekt ist abgeschlossen. Die für das Vorhaben zuständige DB ProjektBau hat jetzt auch den Planfeststellungsbeschluss für den auf Frankfurter Stadtgebiet liegenden Abschnitt erhalten. Wann mit den Bauarbeiten auf der 12,6 Kilometer langen Strecke begonnen wird, steht nach Angaben von DB-Sprecherin Cornelia Rauchenberger noch nicht fest. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 soll die Strecke in Betrieb genommen werden. Eine spätere Verlängerung nach Friedberg ist geplant.

Die Kosten in Höhe von 178 Millionen Euro teilen sich Bahn, Land Hessen, Stadt Frankfurt, Wetteraukreis und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Der städtische Anteil liegt bei 10,4 Millionen Euro. Das Projekt ist Bestandteil des 10-Punkte-Programms zur Verbesserung des Nahverkehrs, auf das sich Stadt, Land Hessen, Landkreise, Bahn und RMV vor zwei Jahren geeinigt haben.

In Frankfurt sind die beiden zusätzlichen Gleise umstritten. So kämpft die Bürgerinitiative «2 statt 4» gegen den Ausbau der Strecke. Sie befürchtet, dass die zusätzliche Kapazität vor allem für Güterzüge genutzt werden soll und dadurch Stadtteile wie Berkersheim, Frankfurter Berg und Eschersheim mehr Lärm ausgesetzt wären.

Die Befürworter des Projekts argumentieren dagegen mit dem Nutzen für die S-Bahn. Die stark befahrene Strecke teilen sich derzeit S-Bahnen sowie Fern-, Regional- und Güterzüge die beiden Gleise. Schon bei kleineren Störungen kommt es zu Verspätungen, die sich auf das gesamte S-Bahn-Netz auswirken.

Umgebaut werden die Bahnhöfe Eschersheim, Frankfurter Berg, Berkersheim, Bad Vilbel Süd und Bad Vilbel. Sie erhalten behindertengerechte Bahnsteige. Drei Bahnübergänge werden durch Unterführungen ersetzt, einer entfällt komplett. Entlang der Strecke werden auf beiden Seiten insgesamt fast 14 Kilometer Lärmschutzwände errichtet. Außerdem haben Anwohner Anspruch auf Schallschutzfenster. (mu)