Auswirkungen von Lärm

Lärmminderungspläne


S6 pünktlicher ?



Wie viel pünktlicher wird die S-Bahn und was wird sonst noch besser?

von H. & S. Ilkenhans



Die S6 nutzt die Strecke der Main-Weser-Bahn zwischen Friedberg und Ffm.-West. Davon soll der Abschnitt Bad Vilbel/Dortelweil bis Ffm.-West vierspurig ausgebaut werden, so daß die S6 hin und zurück auf eigenem Gleis fahren kann.



A. Eigene Gleise zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel/Dortelweil (ca. 11 km)



1. Richtung Frankfurt - Bad Vilbel/Dortelweil



Die Überholungen zwischen Ffm.-West und Bad Vilbel fallen weg.

Zwischen diesen beiden Bahnhöfen gibt es folgende Überholmöglichkeiten:

1.

An der Ausfahrt West (der Nutzer sitzt in der Bahn)
2.

Am Bahnhof Frankfurter Berg (der Nutzer sitzt in der Bahn, der Einsteigende muß im Fall a. ca. 3 Minuten warten)
3.

Am Bahnhof Bad Vilbel (der Nutzer sitzt in der Bahn, der Einsteigende muß im Fall a. oder b. ca. 3 Minuten warten.



Mehr als eine Überholung auf einer Strecke von ca. 11 km ist sehr unwahrscheinlich, zumindest sehr selten. Überholende sind fahrplanunterlegte Interregio-Züge und Güterzüge. Dazu kommen noch ohne festen Fahrplan fahrende Güterzüge.

Überholungen sind in West nur erforderlich, wenn der Fahrplan dieser o. g. Züge nicht eingehalten ist, denn die S6 ist in dieser Richtung pünktlich. Überholungen nach Fahrplan dürften nicht vorkommen! Der Verdacht ist jedoch vorhanden, daß schon die Fahrpläne nicht aufeinander abgestimmt sind, denn in den Hauptverkehrszeiten wird die S6 regelmäßig bereits gleich nach dem Haltepunkt Westbahnhof überholt.



Dieser Punkt ist noch zu klären!

Ergebnis: Vorausgesetzt, die S6 startet in Ffm.-West fahrplanmäßig, ist diese zwischen Ffm.-West und Dortelweil in Zukunft pünktlich. Es werden jedoch nur ca. 3 Minuten mehr Pünktlichkeit gewonnen.



2. In Richtung Bad Vilbel/Dortelweil - Frankfurt:



Die ca. 3 Minuten Wartezeit im Westbahnhof entfällt. Diese war der Ausgleich für Überholungen durch Regional- und Güterzüge von Friedberg bis Ffm.-West.

Auch hier ist mehr als eine Überholung zwischen Ffm.-West und Bad Vilbel/Dortelweil unwahrscheinlich.

Damit fallen auch die Wartezeiten von ca. 3 Minuten auf den Bahnhöfen auf der Stecke ab Bad Vilbel/ Dortelweil bis Ffm.-West weg.



Ergebnis: Vorausgesetzt, die S6 startet in Dortelweil fahrplanmäßig, ist diese zwischen Bad Vilbel/Dortelweil und Ffm.-West pünktlich. Es werden jedoch nur ca. 3 Minuten mehr Pünktlichkeit gewonnen.



B. Keine eigenen Gleise zwischen Bad Vilbel/Dortelweil und Friedberg (ca. 17 km)

1. Richtung Bad Vilbel/Dortelweil - Friedberg



Die Überholungen auf dieser Strecke bleiben bestehen, wobei als Nachteil noch hinzukommt, daß diese mit ca. 17 km etwa ein Drittel länger ist als die Vorgenannte und sich öfters mehr als eine Überholung ergeben können.

Nur die Ersparnis an möglicher Überholung auf der erst genannten Strecke unter A. von ca. 3 Minuten ergibt sich.



2. Richtung Friedberg - Bad Vilbel/Dortelweil

Da auf dieser Strecke weiterhin Überholungen möglich sein werden, wobei wegen der Länge auch mehr als eine öfters vorkommen können, muß vor oder im Bahnhof Dortelweil wieder eine Wartezeit von ca. 3 Minuten eingerichtet werden, damit die S-Bahn in den Hauptbahnhoftunnel pünktlich eingephast werden kann, bzw. die S6 auf der Strecke Dortelweil - Ffm.-West pünktlich bleibt. Bei mehr als einer Überholung auf dieser Strecke wird die S6 auch zwischen Dortelweil und Ffm.-West wieder unpünktlich.



3. Störungen auf der Main-Weser-Strecke nach dem 4-spurigen Ausbau

Die S6 ist durch ihre eigenen Störfälle unpünktlich. (Steuerung , Oberleitung, Unfall, Lok usw.)



4. Störungen im gesamten S-Bahn-Netz

Die S6 wird durch Störfälle im gesamten S-Bahn-Netz unpünktlich.



5. Störungen im gesamten Bahn-Netz

Die S-Bahn wird durch Störungen im gesamten Bahn-Netz unpünktlich. (Interregio- und Güterverkehr auf der Main-Weser-Bahn sind gestört und werden zusätzlich auch noch überregional gestört.)



C. Allgemein:

1. Es bleibt beim 15-Minuten-Takt, da der Engpaß Hauptbahnhoftunnel bleibt.

2. Es wird keine S-Bahn zusätzlich fahren.

3. Verbund

Es ist zwar ein räumlicher Verbund der S- mit der U-Bahn in Berkersheim geplant, der Verbund in Eschersheim zwischen S- und U-Bahn verdient seinen Namen nicht, da der Nutzer noch einen Fußmarsch von 3-5 Minuten machen muß und dabei auch noch die stark befahrene Straße am Weißen Stein überqueren muß.

Fazit:

FÜR DEN NUTZER BLEIBT NUR DAS BIßCHEN ZEITERSPARNIS IN WEST UND DER WEGFALL DER ÜBERHOLUNGEN ZWISCHEN WEST UND BAD VILBEL. VERSPÄTUNGEN WIRD ES ABER WEITERHIN GEBEN



Die Allgemeinheit zahlt für 3 Minuten (etwas) mehr Pünktlichkeit auf einer kurzen Strecke 123 Millionen Euro. Aufwand und Nutzen stehen in keinerlei Verhältnis. Es wird keine S-Bahn häufiger und keine zusätzlich fahren.